Wie schaffe ich eine offene und transparente Kommunikation im Team?

Scheinbar sind Konflikte und zwischenmenschliche Schwierigkeiten im Team eher die Regel als die Ausnahme. Bei Teamtagen und in Workshops werde ich mit Situationen konfrontiert in denen Misstrauen im Team vorherrscht oder vorhandene Probleme nicht offen angesprochen werden können, aus Angst, dass die Situation sich weiter verhärtet.
Gut ausgebildete Menschen, die ihre Arbeit machen wollen oder mit ihren Projekten vorankommen wollen, werden durch eine destruktive Atmosphäre im Team daran gehindert ihre volle Leistung einzubringen. Eine solche Atmosphäre schafft Belastungen, die zum ohnehin hohen Arbeitspensum hinzukommen. Der Kopf ist mit dem Problem des Miteinanders beschäftigt und kann sich nicht voll auf den Arbeitsauftrag fokussieren. An einer solchen Situation kann keine arbeitgebende Instanz und keine Teamleitung interessiert sein.

Wie verbessert offene Kommunikation die Zusammenarbeit und Effizienz im Team?

Offene und transparente Kommunikation im Team mit Sören HeiseWie entsteht aber eine offene und transparente Kommunikation für eine Arbeitsatmosphäre, in der alle am richtigen Platz sind, sich mit all ihren Kompetenzen einbringen können und sich vollkommen auf ihre Arbeit konzentrieren können. Ziel ist effizientes Arbeiten. Das gute Miteinander im Team ist ein wesentlicher Schlüssel dafür.
Das wichtigste Bedürfnis dabei ist Sicherheit. Nur Menschen, die sich sicher fühlen und in einem vertrauensvollen Miteinander arbeiten, können ihre Kompetenzen voll ausschöpfen.

Sicherheit durch klare Strukturen und offene Kommunikation

Sicherheit unterteile ich in zwei Ebenen: Zum einen ist da die Ebene der Rahmenbedingung und der Ausrichtung der Organisation oder des Unternehmens. Dazu gehört auch die Aufgabenverteilung und bestimmte Rollen der Mitarbeitenden.
Hier ist Klarheit der wesentliche Faktor für das Erleben von Sicherheit im Teamalltag. Es ist eine wesentliche Rolle der Teamleitung an dieser Stelle Verantwortung zu übernehmen und für diese Klarheit zu sorgen.

Klare Aufgaben und transparente Entscheidungen

Dazu  gehören Arbeitsaufträge, Abläufe, Rollenverständnisse, Rahmenbedingungen, Veränderungen und Entscheidungen, die offen und transparent kommuniziert werden.
Alle Mitarbeitenden gewinnen dadurch Orientierung über die Ziele und Ausrichtung das Unternehmens oder des Projektes, wissen welche Aufgaben wie zu erledigen sind und welche Prioritäten es gibt.

Warum Klarheit Ressourcen spart

Auf diese Ebene gehört auch die Evaluierung, ob alle Mitarbeitenden am richtigen Platz sind, sich mit all ihren Kompetenzen einbringen können und alle an einem Strang ziehen.

Hört sich banal an? Meine Erfahrung ist eine andere. Ich bin tatsächlich oft erschüttert wieviel Reibungsverlust hier entsteht, wenn auf dieser Ebene Unklarheit herrscht und jeder irgendwie irgendwas macht. Eine enorme Verschwendung von Ressourcen.

Sicherheit durch Vertrauen und Wertschätzung im Team

Offene Kommunikation im TeamDie zweite Ebene ist das menschliche Miteinander im Team. Sicherheit entsteht dadurch, dass sich alle Mitarbeitenden sicher fühlen und einander respektieren. Es geht nicht um ein freundschaftliches Miteinander oder eine private Atmosphäre, die vielleicht die Effizienz des Arbeitens schon wieder behindert. Sondern darum, dass sich durch das Gefühl der Sicherheit alle auf ihre Arbeit konzentrieren können.

Um diese Sicherheit zu erreichen, braucht es Vertrauen und Wertschätzung im Team. Auch hier sehe ich an erster Stelle die Teamleitung in der Verantwortung solche Bedingungen zu schaffen. Siehe dazu den kommenden Artikel zum wertschätzenden Miteinander im Team.

Wertschätzung beginnt im Alltag

Aber auch jeder einzelne Mitarbeitende ist für das Miteinander im Team verantwortlich. Ein Danke und ein wertschätzendes Wort wirken Wunder. Jeder ist eingeladen dies zum Ausdruck zu bringen. Anderen Vertrauen und Sicherheit zu schenken, fällt auf einen selbst zurück. Du erlebst die Reaktionen deines Gegenübers, wenn du Dankbarkeit und Wertschätzung ausdrückst und gewinnst dadurch Selbstvertrauen und Sicherheit.

7 Tipps für eine offene Kommunikation und ein konstruktives Miteinander im Team

Was trägt also zu einer offenen und transparenten Kommunikation im Team bei? Was schafft ein konstruktives Miteinander im Team und was trägt zum Gefühl der Sicherheit bei? Hier ein paar Tipps und Tricks:

  1. Ist allen klar, welche Ziele verfolgt werden und mit welchen Mitteln diese erreicht werden sollen? Ist sich jede Person im Team ihrer Aufgabe bewusst? Teamrunden (siehe Punkt 7) sollten dafür genutzt werden dies zu prüfen und einen konstruktiven Rahmen geben, um Klarheit zu schaffen und ggf. Veränderungen zu implementieren.
  2. Wir brauchen eine Fehlerfreundlichkeit und eine Fehlerkultur. Eine Atmosphäre, in der Dinge, die nicht so gut laufen, angesprochen werden können und dabei Lust entsteht etwas daraus zu lernen, etwas zu verändern und anders zu machen. Fehler zu benennen, sollte also niemals beschämen oder jemanden beschuldigen etwas falsch gemacht zu haben. Fehlerfreundlichkeit = Lernfreunde und die Lust an der Veränderung.
  3. Mache dir Dinge bewusst, die schon gut laufen, die du wertschätzen kannst und für die du dankbar bist. Flechte kleine Bemerkungen darüber in deine alltägliche Kommunikation am Arbeitsplatz ein.
  4. Konstruktive Kritik will geübt sein. Zur Kritik von MA zu MA siehe hier. Wenn Kritik offen geäußert wird, haben wir Klarheit darüber, wo unsere Arbeit gut läuft und wo es etwas zu verbessern gibt. Unser Kopf muss sich dann nicht damit beschäftigen, ob hintenrum über uns geredet wird.
  5. Kritische Themen gehen mit Ängsten und Unsicherheiten einher. Auch wenn wir im Arbeitskontext versuchen sachlich zu bleiben, ist es wichtig Ängste und Unsicherheiten wahrzunehmen. Ein Beispiel: Ich bin mir unsicher, ob eine Kollegin mit unserer Zusammenarbeit zufrieden ist, da ich den Eindruck habe, dass sie mir aus dem Weg geht und nur spärlich mit mir redet. Ohne mein Gefühl wahrzunehmen, kann schnell ein Urteil entstehen und ich könnte sie als schnippisch, arrogant o.ä. bezeichnen. Das trägt nicht zur Sicherheit bei. Nimmt dein Gefühl ernst und sorge für deine Sicherheit in dem du die Kollegin um ein Gespräch bittest und die Frage stellst: „Ich bin mir unsicher, ob unsere Zusammenarbeit gut läuft; magst du mir sagen, wie es dir damit geht?“ – Und dann zuhören! Sollte so ein Gespräch nicht zu Stande kommen, berichte der Teamleitung von deiner Situation!
  6. Äußere Bedauern, wenn du selbst merkst, dass du nicht zum konstruktiven Miteinander beigetragen hast oder du schwierige Entscheidungen treffen musstet. Z.B. „Ich sehe, dass diese Entscheidung schwer für dich ist und möchte gern hören, wie es dir damit geht.“; „Es tut mir leid, dass…“; „Ich bedauere wie die Situation gestern gelaufen ist, als wir beide im Stress waren und uns nicht gut austauschen konnten, wie wir die Herausforderung angehen.“
  7. Wichtig ist gute Räume zu schaffen, wo Unsicherheiten und Unklarheiten angesprochen werden können. Ein Meeting oder eine Teamrunde sollte so strukturiert und moderiert sein, dass sie genau diesen Rahmen bieten. Siehe dazu. Hier sollten Dinge ausgesprochen werden und im Miteinander ausgeräumt und geklärt werden. Ein Meeting oder eine Teamrunde sollte der Ort sein, an dem alle Teammitglieder wieder eine gemeinsame Ausrichtung finden. Und von dem aus sie sich mit Sicherheit, Klarheit und Vertrauen auf ihre Arbeit fokussieren können.

Was stärkt den Teamzusammenhalt?

Eine Studie zeigt, wie psychologische Sicherheit, offene Kommunikation und eine positive Teamkultur die Identifikation mit dem eigenen Team fördern können.

Brauchst du Unterstützung?

Brauchst du Unterstützung?

Wenn du Lust hast am Miteinander in deinem Team zu arbeiten, lass uns gerne einen persönlichen Coaching-Termin vereinbaren! Oder du schaust mal unter Teamkultur auf dieser Website, ob dich etwas für euren nächsten Teamtag inspiriert!