Wie ich arbeite?

Wie ich arbeite? Sören Heise - Coach und Trainer

Jedes Team, jeder Mensch ist anders und so entstehen die Impulse für meine Arbeit aus dem Moment und nicht nach einem festgelegten Ablauf oder Handlungsschema. Es gibt jedoch Inspirationen, die mich seit vielen Jahren in meiner Tätigkeit als Trainer für Gewaltfreie Kommunikation, Moderator und Coach begleiten und die als Elemente in meinen Fortbildungen und Teamtagen immer wieder auftauchen. Diese Erfahrungen tragen wesentlich dazu bei, wie ich arbeite.

Das Miteinander ist stärker als Machtkampf

Während meines Studiums der Sozialpädagogik in Magdeburg begegnete mir das Menschenbild der Humanistischen Psychologie und des Psychologen Carl Rogers. Es bestätigte meine Annahme, dass ein Miteinander von Menschen, das durch Vertrauen, Selbstverantwortung und Kooperation bestimmt ist, dem menschlichen Wesen entspricht und zu besseren Ergebnissen führt als Konkurrenz, Machtkampf und Gehorsam. Kooperation ist entscheidend in einer immer komplexer werdenden Welt mit immer vielschichtigeren Anforderungen. Ist eine kooperative Haltung nicht gegeben, scheitern Teams und Projekte.

Gewaltfreie Kommunikation von Marshall Rosenberg

Einige Jahre später begegnete mir die Gewaltfreie Kommunikation von Marshall B. Rosenberg, die mir ein wunderbares Werkzeug in die Hand gab, um dieses Menschenbild in die Praxis umzusetzen. In der Arbeit mit Menschen hilft mir die Gewaltfreie Kommunikation in konkreten, komplexen Situationen sinnvolle und bedürfnisorientierte Strategien und Lösungen zu entwickeln.

Schutzmechanismen verstehen

In meiner Arbeit in Teams, mit Konflikten und herausfordernden Situationen gehe ich davon aus, dass alle Beteiligten ihr Bestes geben. Jede Handlung eines Menschen ist der Versuch, sich Bedürfnisse zu erfüllen. Alle Menschen haben Erfahrungen gemacht, die so schmerzlich und verletzend waren, dass wir das Vertrauen und die Zuversicht verloren haben und uns dann Strategien angeeignet haben, die uns schützen und abgrenzen. Leider sind das dann oft Strategien, mit denen wir bei unseren Mitmenschen anecken und Unverständnis hervorrufen und die selten der Erfüllung unserer Bedürfnisse dienen. Hier braucht es Vertrauen und Wertschätzung als Basis, damit etwas Neues entstehen kann. Durch anderes Handeln können andere Erfahrungen gemacht werden, die zu neuen Ergebnissen führen.

Die Schuld-Frage

Dabei hinterfrage ich auch das in unserer Gesellschaft tief verwurzelte Konzept von „Schuld“. Niemand ist „schuld“ an einer Situation, wenn alle ihr Bestmögliches geben. Es gilt zu reflektieren, welche Bedürfnisse durch die vorhandenen Strategien und Strukturen nicht erfüllt sind und Verantwortung dafür zu übernehmen, dass eine Veränderung eintreten kann. Ich sehe mich dabei in der Rolle des Begleiters und Moderators, um neue Handlungsstrategien zu entwickeln und in den Arbeitsalltag zu implementieren.

Arbeitsweise von Sören Heise

Humor gepaart mit Tiefe

Ich gehe davon aus, dass wir Menschen ein Leben lang lern- und entwicklungsfähig sind. Motivation für Veränderung sind immer erfüllte Bedürfnisse, Sinnhaftigkeit und ein vertrauensvolles Miteinander. Und es darf Spaß machen. Humor und Leichtigkeit sind wichtige Aspekte meiner Arbeit, die der Tiefe und einem sicheren Raum nicht entgegenstehen. So gelingt es, alte Handlungsmuster zu überwinden und die Begrenzungen eines gegebenen Rollenbildes hinter sich zu lassen. Wir dürfen ganz an unserem Platz im System aufgehen, übernehmen die gegebene Verantwortung und bleiben trotzdem als Mensch authentisch und ansprechbar.

Körper, Geist und Gefühle

Wir erhalten viele wichtige Informationen darüber, was in einer Situation angemessen und stimmig ist, wenn wir innehalten und alle Ebenen unseres Bewusstseins mit einbeziehen. Darum lade ich meine Teilnehmenden immer wieder ein, Körper, Denken und Gefühle wahrzunehmen. Für mich bilden Körper, Geist und Gefühle eine untrennbare Einheit. Unser körperliches Wohlbefinden prägt unser Erleben von Alltag und wir reagieren körperlich auf äußere Umstände unseres Alltags.

Zielführend denken

Die besten Entscheidungen treffen wir mit unserem Neocortex, wenn wir gelassen, konzentriert und offen für unsere Umwelt sind. Der Neokortex ist der Teil des Gehirns, der für komplexe Denkprozesse, Entscheidungsfindung, Problemlösung und das Verarbeiten von Informationen verantwortlich ist. Um zu guten Ergebnissen zu kommen, müssen wir uns bewusst sein, was wir denken. Negative Glaubenssätze und Annahmen steuern uns unbewusst und lassen uns immer wieder das Gleiche erleben. Es ist also wichtig, was wir denken und wir können lernen zielführend zu denken.

Gefühle wahrnehmen und einbeziehen

Ebenso halte ich die Gefühlsebene für einen wichtigen Teil unserer persönlichen Wahrnehmung der Welt. Diese muss einbezogen werden, um zu tragfähigen und nachhaltigen Entscheidungen zu kommen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Wunsch nach einem sachlichen Miteinander und sachliche Lösungen zu finden in Teams groß ist. Es entstehen aber Konflikte, wenn Gefühle verdrängt oder unreflektiert ausgedrückt werden. Die vorhandene Emotionalität kommt dann durch die Hintertür und sabotiert die Sachlichkeit. Darum ist mir ein Bewusstsein für Gefühle und Emotionen im professionellen Kontext wichtig. Gefühle bewusst wahrzunehmen und die Kraft der Gefühle in Prozesse des Wandels einzubeziehen, ist ein wesentlicher Teil meiner Arbeitsweise.

Innehalten gibt uns Kraft

Um gewohnte Handlungen und Reaktionsmuster zu verändern und zu neuen Ergebnissen zu kommen, ist das Wahrnehmen der Komplexität unseres Erlebens von Körper, Denken und Fühlen ein wichtiger Schritt. Darum spielen auch Wahrnehmungsübungen, Aspekte von körperlicher Entspannung und Präsenz für das eigene Sein eine wichtige Rolle in meiner Arbeit. Nicht zuletzt, weil das Innehalten uns eine Kraft erschließt, die uns resilienter und unabhängiger macht gegenüber dem, was im Außen an Eindrücken und Anforderungen auf uns einströmt. Wie der chinesische Philosoph Lao-Tse sagte: „Wer innehält, erhält innen Halt.“

Sören Heise - die Arbeit als Coach

Gesellschaftlicher Wandel

Mit meiner Arbeit geht für mich die Frage einher, wie gesellschaftliche Wandlungsprozesse konstruktiv und zum Wohle aller zu gestalten sind. Führung braucht in der heutigen Zeit andere Qualitäten als vor 20 Jahren. Das Miteinander im Team muss sich anders gestalten, damit Menschen ihre Tätigkeiten im beruflichen Alltag als sinnvoll und über eine monetäre Sicherheit hinaus als erfüllend erleben. Und auch private Beziehungen in Bezug auf Freundschaft, Liebe und das Aufwachsen von Kindern befinden sich in stetigem Wandel. Altes funktioniert nicht mehr. Das „Neue“ ist aber auch noch nicht da, nicht fertig, bildet noch keinen sicheren Halt.
Diesen Zustand erleben wir als Krise.

Krise als Chance

Krise kann sowohl als Unglück und schmerzlich als auch als Chance, als neugewonnene Freiheit und als Möglichkeit für Neugestaltung, Mitbestimmung und selbstverantwortliches Handeln wahrgenommen werden. Für mich ist das Bild von „Krise als Chance“ ein weiterer wichtiger roter Faden in meiner Arbeit mit Teams, Paaren und Einzelpersonen. Das heißt anzuerkennen, dass sich alles immer im Wandel befindet, dass wir natürlich nach Halt und Sicherheit suchen, dass wir diese aber am ehesten finden, wenn wir bereit sind, uns neuen Herausforderungen zu stellen, zu lernen und neugierig sind für das, was das Leben für uns bereithält.

Von Selbstwahrnehmung zum systemischen Denken

Auch wenn meine Arbeit immer wieder mit der Selbstwahrnehmung und der Selbstfürsorge beginnt, ist mir auch systemisches Denken und das Wahrnehmen von Strukturen und Netzwerken wichtig. Uns als eingebunden zu erleben ist eine Ressource, die uns bei all unserem Streben nach individuellem Glück, oft verloren gegangen ist. Dabei ist es nicht zu leugnen, dass wir Teil von etwas Größerem sind, sei es ein Team, ein Unternehmen, ein Teil der Natur, Teil einer sich wandelnden Gesellschaft und einer sich entwickelnden Menschheit.

In Verbindung mit der Natur

Den Zugang zu diesem systemischen Denken und Wahrnehmen finde ich am leichtesten in der Natur, darum lade ich mit meinen Teamtagen auch immer wieder in die Natur ein. Hier ist der Ort, wo wir ausatmen können, so sein können, wie wir sind, mit Fülle beschenkt werden und erleben, was unser Leben und Dasein wirklich trägt.
Sich in diesem Größeren als wirksam und sinnvoll zu erleben, ist letztlich Ziel meines Wirkens.